----------------------------------------

Rezensionen zu "Wahn und Sinn"

----------------------------------------

Nichts für schwache Nerven

Man wird bereits im Klappentext vor dem Inhalt gewarnt. Die Gedichte handeln von abgrundtief irren Charakteren, blutigen Liebesspielen und allerlei gruseligen Machenschaften. Bei manchen Gedichten regt sich sogar innerlicher Widerstand ob der abscheulichen Beschreibungen - doch muß man einfach weiterlesen! Robert Heimchen hat sich mit "Wahn und Sinn" ein düsteres kleines Universum geschaffen, in welchem er – einem lyrischen Sandkasten gleich – mit sehr polarisierenden Gedanken, Gefühlen und Szenarien spielt. Das Ergebnis sind mitreißende Gedichte und Balladen von hoher erzählerischer Dichte. Die meist schizophrenen oder moralisch zurückgebliebenen Protagonisten leben in aller Unschuld ihre absurden Triebe aus und bestechen durch ihre intellektuelle Kindlichkeit. Oftmals kommt man nicht umhin die eigentlich abscheulichen Täter zu bedauern. Auch wenn die offensichtliche Grausamkeit an manchen Stellen überhand zu nehmen scheint, so driften die Gedichte nie in reine Brutalität ab – das hohe sprachliche Niveau und die zynische Doppeldeutigkeit vermögen die nötige Distanz zu wahren. Neben den vielfältigen Tätergestalten hat sich Heimchen auch der Schaffung zutiefst empathischer Protagonisten gewidmet. Zwar sind diese ebenfalls im Absurden angesiedelt, jedoch vermögen sie erstaunlich romantische Liebe zu empfinden und auch dem Leser auszustrahlen. "Wahn und Sinn" mag für manche Leser eine emotionale Herausforderung darstellen, doch hat man sich erst einmal auf Heimchens Lyrik eingelassen, so wird man von der vielfältigen Durchleuchtung und Auslotung der menschlichen Psyche nachhaltig beeindruckt sein.

Fesselnde Lyrik von Anfang bis Ende...

Empfehlenswert für zarte Gemüter als Hinführung zu den Gedichten dieses Buches ist Robert Heimchen's "Durch die Trauer zu den Sternen", um vorsichtig an die Tiefgründigkeit dieser Gedichte resultierend aus einer vorzüglichen, prägnanten Artikulation herangeführt zu werden. Unvergesslich ist jedes Gedicht auf seine eigene Weise und noch lange nach dem Lesen eines Gedichtes ist man in Gedanken darüber versunken. Man wird entführt in eine spannende Welt und wird sofort in den Bann dieser Worte gezogen und in eine verzauberte, mystische Stimmung versetzt, welche einen kaum mehr loslässt. Mehr über diesen inhaltlichen Zauber zu verraten, würde diesem Buch die Spannung nehmen. Nur so viel: es lohnt sich durchaus, sich auf diese Art von Lyrik voll und ganz einzulassen und sich total fallen zu lassen und dieses Buch einfach zu genießen und darüber nachzudenken. Es ist sinnvoll und manchmal auch wirklich notwendig, nach jedem Gedicht, welches man liest, das Buch bewusst für einige Zeit beiseite zu legen, tief durchzuatmen und in Ruhe darüber nachzusinnen und sich den Aussagen dieser Worte bewusst zu werden. Jedes Gedicht ist es wert, dass man es intensiv auf sich wirken lässt und sich seine eigenen Gedanken dazu macht. Ein wahres lyrisches Meisterwerk. Genau wie "Durch die Trauer zu den Sternen". An dieser Stelle beste Grüße an den Autor und weiterhin so gute Erfolge und ein großes Dankeschön für viele spannende Stunden mit diesen zauberhaften Gedichten. Gratulation zu diesen beiden fantastischen Büchlein.

----------------------------------------

Rezensionen zu "Durch die Trauer zu den Sternen"

----------------------------------------

Gedichte für und gegen das Traurigsein

Ganz im Gegensatz zu "Wahn und Sinn" wendet sich Robert Heimchen in diesem Gedichtband den emotionalen Momenten des Lebens zu. Jeder kennt den kurzzeitigen oder endgültigen Verlust geliebter Menschen - die Zeit davor, währenddessen und danach. Manche Ereignisse wiegen so schwer, dass man sich davon wohl nie ganz zu erholen vermag. Heimchen schreibt von solchen Ereignissen, jedoch hält er sich nicht dabei auf. Denn nach der Zeit der Trauer muss es wieder aufwärts gehen und so ist auch "Durch die Trauer zu den Sternen" aufgebaut. Der Leser wird zunächst durch verschiedenste Konstellationen des Verlusts geführt und empfindet die tiefe Trauer, Schuld und Ausweglosigkeit der Charaktere (wer bereits "Wahn und Sinn" gelesen hat, der weiß wie intensiv und emotional Heimchens lyrische Bilder sein können). Danach besinnt sich der Autor auf die positiven Seiten des Lebens und erzeugt diejenige Hoffnung, welche notwendig ist um die scheinbar endlose Trauer zu besiegen. Hier setzen Heimchens Gedichte an, die sie um Natur und Liebe drehen. Auf den emotionalen Neustart des Lesers folgen schließlich sehr heitere Gedichte – und damit ist genau jener Bogen gespannt, der vom Titel suggeriert wird. "Durch die Trauer zu den Sternen" ist ein wirklich lesenswerter Gedichtband und stellt das inhaltliche Gegenstück zu Heimchens bisheriger Lyrik dar.

Emotional berührend und ziemlich düster

Auf der Suche nach düsterer Lyrik bin ich über das Buch gestolpert - und zumindest soweit beeindruckt, mal ein paar Zeilen dazu zu schreiben. Der Autor hat durchaus Talent - die Reime und der Erzählrhythmus funktionieren imho recht gut. An manchen Stellen ist das schon tief berührend - man muss kein Emo sein, um hier ab und zu mit den Tränen zu kämpfen. Inhaltlich ist viel Nachvollziehbares und der ein oder andere "harte Tobak" dabei: Verlust, Trauer, Selbstfindung, Liebe&Leid, Depression, Sex... Für Freunde von Wortspielen jedenfalls sehr zu empfehlen - vor allem die etwas leichteren Gedichte, die insgesamt die Stimmung des Buches stellenweise ein bisschen auflockern. Von Stil und Lesefluss her ist das Ganze gelungen - von den Inhalten her nicht in jedem einzelnen Gedicht mein Fall, weil doch oft ziemlich dunkelschwarz. Die dahinterliegenden Gedankengänge möchte man da eigentlich gar nicht genauer kennen - aber das trifft ja auch auf Autoren von Drehbüchern diverser Horrorfilme zu. Wer nach emotionaler Lyrik abseits von Friede-Freude-Eierkuchen-Romantik sucht, findet in diesem Bändchen eindringliche Gedichte, die oft eine Kopfkino-Wirkung entfalten.

Ein Gedicht faszinierender als das andere...

Wer einmal begonnen hat, in diesem Buch zu lesen, wird schnell in dessen Bann gezogen. Man taucht ein in eine faszinierende Welt voller tiefsinniger Lyrik. Kein Gedicht lässt einen je wieder los, sondern jedes hat eine sehr tiefgründige Aussage, welche den Leser sehr berührt und über welche es sich genau nachzudenken lohnt. Die Gedichte sind fesselnd und die Wortwahl von einzigartiger Prägnanz und Aussagekraft. Bisher hat es noch kein Autor geschafft, mich so zum Nachdenken anzuregen. Dies sind die bisher spannendsten Gedichte, welche ich je las. Jedes Gedicht versetzt den Leser in eine ganz besondere Stimmung und reißt einen mit. Die Gedichte sind zu gut und zu wertvoll zum flüchtigen Lesen. Man sollte daher auf jeden Fall Zeit und Muße zum Lesen investieren, um sich der Faszination dieser Gedichte hingeben zu können und um die Aussagen der Gedichte auf sich wirken zu lassen. Jeden Abend ein Gedicht zu lesen bzw. zu genießen und in Ruhe darüber nachzusinnen ist spannender und lehrreicher als jeder TV-Film. Dieser Gedichtband ist aufgrund der unter die Haut gehenden Artikulation ein Meisterwerk der Lyrik.

----------------------------------------

Kontakt zum Autor:
netzmeister@philophobie.de




© www.philophobie.de

per aspera ad astra