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Leseproben aus "Durch die Trauer zu den Sternen"

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Acht Tränen

Die erste Träne für die Lust
so zart von Dir gespendet,
die zweite für den tristen Frust
der alles Glück beendet.

Die dritte Träne für das Leid
in welchem ich vergehe,
die vierte für die Ewigkeit
die ich in allem sehe.

Die fünfte Träne für das Licht
durch losgelöste Schatten,
die sechste für die klare Sicht
in traurigem Ermatten.

Die siebte Träne ist für Dich
und Deine Art zu leben,
die letzte Träne fällt für mich
vergeblich war mein Streben.

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Sonnenuntergang

Die Sonne fällt fast schwerelos
dem Horizont entgegen
die ferne Scheibe, heiß und groß
mag sich nur sacht bewegen.

Noch schwimmt sie frei und unberührt
im abendlichen Treiben
vom steten Lauf der Zeit geführt
sie kann nicht stehen bleiben.

Und bald schon ist ihr Ziel erreicht
da gibt es kein Entrinnen
zum Himmelsrand die Sonne schleicht
das Schauspiel kann beginnen.

Gemächlich schmilzt sie in den Wald
verbeißt sich in den Kronen
sie sinkt hinein und macht nicht Halt
den Baumbewuchs zu schonen.

Mit Hunger und versteckter Hast
wird nun der Wald verschlungen
ganz lautlos ist der helle Gast
tief ins Gehölz gedrungen.

Die Wipfel brennen in der Glut
das Licht bricht durch die Zweige
doch auch die schönste Feuerflut
geht irgendwann zur Neige.

Den Himmel ziert noch Abendrot
die Wolken sind verflogen
vom Firmament das Dunkel droht
mit seinen schwarzen Wogen.

Bedächtig flieht das letzte Licht
schon funkeln tausend Sterne
das Sonnenleuchten rastet nicht
verliert sich in der Ferne.

Die Nacht bemächtigt sich der Welt
und Schlaf verschließt die Lider
was unser Herz am Tag erhellt
erscheint in Träumen wieder.

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Der Mops

Der Mops, der ist ein putzig Biest
er schnieft und schnauft und hechelt
bekommt fast keine Luft und niest
wird von der Welt belächelt.

Man sieht ihn manchmal in der Stadt
geführt an einer Leine
zur Freude dessen, der ihn hat
der Mops empfindet keine.

Er trottet launig durch die Welt
verflucht die tropfend Nase
er hat dies Unheil nicht bestellt
der Mensch hält ihn zum Spaße.

Der arme Kerl, er quält sich schlimm
und ist nicht zu beneiden
erduldet still mit tiefem Grimm
sein stark verschnupftes Leiden.

Doch freut er sich auch dann und wann
schaut Frauen unters Röckchen
bellt riesengroße Hunde an
und bringt zurück das Stöckchen.

Er stiehlt den Köchen mal ein Ei
und kann’s doch nicht verwenden
dann schlägt man ihn erzürnt zu Brei
der Mops will so nicht enden.

Viel lieber wär er kerngesund
mit freien Atemwegen
ein schöner, großer, edler Hund
dem Züchtergeist entgegen.

Doch Wunsch ist Wunsch und Mops ist Mops
da hilft kein frommes Bellen
ein kleiner, plumper Hundeklops
der kann sich nicht verstellen.

Drum bleibt ihm keine Möglichkeit
als weiterhin zu schmachten
und seines Schöpfers Findigkeit
mit Inbrunst zu verachten.

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Kontakt zum Autor:
netzmeister@philophobie.de




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