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Leseproben aus "Wahn und Sinn"

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Schizophrenie

Ich weiß um meines Lebens Sinn
Ich möchte Liebe geben
Ich spüre täglich den Gewinn
Ich will in Frieden leben.

Du bist verbittert und allein
Du schändest gute Laune
Du wirfst den allerersten Stein
Du brichst den Streit vom Zaune.

Ich strebe vorwärts, nicht zurück
Ich kann das Gute sehen
Ich glaube fest an echtes Glück
Du kannst dies nicht verstehen.

Du bist gemein und menschlich kalt
Du störst und stiftest Lügen
Du lauerst gern im Hinterhalt
Ich meide das Betrügen.

Ich schätze Ehrlichkeit und Recht
Ich helfe gern den Schwachen
Du bist gefährlich, falsch und schlecht
Du willst bloß Leid entfachen.

Du lebst ganz ohne Sympathie
Du handelst nach Begehren
Ich hasse Deine Idiotie
Ich muss mich stetig wehren.

Du schürst beständig Zank und Zorn
Ich will mich frei bewegen
Du drückst ins Fleisch den giftig Dorn
Ich halte fest dagegen.

Ich scheue Deine kranke Art
Du korrumpierst mein Handeln
Ich bin ganz fest mit Dir verpaart
Du willst mein Denken wandeln.

Wir sind das Dunkel und das Licht
Wir bilden ein Gemenge
Wir teilen beide ein Gesicht
Wir kennen nur die Enge.

Uns eint ein Körper und ein Geist
Uns kann man niemals trennen
Uns hat die Schöpfungsmacht verschweißt
Uns darf man nicht verkennen!

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In Deinen Armen

In Deinen Armen liegt mein Ziel
dort sehne ich mich hin
ich möchte Dich und möchte viel
ich spende Lust und Sinn.

Wir kennen uns seit langer Zeit
sind tief und fest verliebt
ich schenke Dir Zufriedenheit
die es sonst nirgends gibt.

Schon morgens ist die Sehnsucht groß
recht zögernd liegst Du brach
ich packe Dich - und Du läßt los
gibst meinem Drängen nach.

Du spritzt mich sanft in Dich hinein
ich bin Dein schlimmes Glück
Du möchtest oft alleine sein
doch wünschst mich stets zurück.

In Deinen Armen fließt mein Gift
Dein Leben ist bedroht
ich binde jeden, der mich trifft
und bringe zart den Tod.

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Das Liebesspiel

Ich liege lüstern auf dem Bett
Dein Blut tropft auf die Laken
Du atmest schwer und hängst adrett
an tausend Angelhaken.

Ganz sachte stoße ich Dich an
Dein Leib beginnt zu schwingen
Dein Schmerz zieht mich in seinen Bann
die Angelschnüre singen.

Sie halten Dich hoch in der Luft
und zügeln Deine Triebe
ich rieche Deinen Leidensduft
und spüre echte Liebe.

Dein Körper ist die Perfektion
so rein und ohne Mängel
verharrst im Flug zwei Stunden schon
frei schwebend wie ein Engel.

Die Haken stach ich Dir gezielt
in Muskeln und durch Sehnen
ich habe das schon oft gespielt
Du kannst Dich sicher wähnen.

Ich streichle Deine weiche Haut
ganz warm und nass vom Blute
erst hast Du Dich nicht recht getraut
nun kommt es Dir zugute.

Du stöhnst und zitterst voller Lust
Dein Herzschlag wird zum Klopfen
es stürzen sich auf meine Brust
die klebrig-roten Tropfen.

In Deinen Augen wohnt die Glut
so leidenschaftlich munter
ich möchte mehr von Deinem Blut
und kurble Dich herunter.

Wir küssen uns mit Leidenschaft
und blutverschmierten Zungen
schon bin ich schnell mit aller Kraft
hart in Dich eingedrungen.

Du reitest fordernd, reitest schnell
krallst Dich in meine Rippen
die Angelhaken glitzern hell
und Deine Brüste wippen.

Dein Blut spritzt glücklich in den Raum
ganz klebrig sind die Wände
Du schreist und windest Dich im Traum
ich fasse Deine Hände.

Dann endlich kommst Du mit Gewalt
und schnappst nach Luft und Leben
Du taumelst und verlierst den Halt -
ich kann ihn Dir nicht geben.

Zu kritisch ist Dein Blutverlust
zu voll die roten Bäche
Du weißt, dass Du nun sterben musst
und fällst anheim der Schwäche.

Der Atem flieht aus Deinem Mund
und kommt auch nicht mehr wieder.
Was ist im Leben schon gesund?
Ich schließe Dir die Lider.

Du bist mit Freude im Gesicht
ins Himmelreich gegangen
und nun spielt warmes Kerzenlicht
auf Deinen toten Wangen.

Wir haben Deinen Geist befreit
Dein Körper ist geblieben
ich werde Dich für alle Zeit
auch noch im Tode lieben.

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Kontakt zum Autor:
netzmeister@philophobie.de




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per aspera ad astra